top of page

Illusionist

Faust. Zweiter Teil.

Ein Weg mit Mephistopheles zieht sich wie ein flüchtiger Schatten,

enthüllt im ewigen Drama die kühle Wahrheit der Kreise.

Die Welt wechselt Masken, doch die Mythen bleiben jung:

das Mittelalter träumte von Hellas,

die Romantiker von mittelalterlichen Wundern,

und heute vervielfachen soziale Medien nur endlose Spiegelungen,

erschaffen Illusionen von dem, was immer da war oder gar nicht existiert.

Die spiegelverkehrte Welt vervielfacht Bilder:

ein einziger glänzender Cent, gebrochen im Kaleidoskop,

erscheint wie unermesslicher Reichtum,

doch er ist nur ein Widerschein.

Ein Funke, der sich in den Spiegeln bricht,

scheint uns ein Feuer, das uns vernichten könnte,

doch es ist nur Illusion.

Am Horizont erscheint Helena – ewige Weiblichkeit,

deren Schönheit Kriege entfacht und Bewunderung nährt,

ein Geheimnis der Anziehung, ein Schimmer des Unerreichbaren.

Der Homunkulus – reiner Geist ohne Leib,

eine künstliche Intelligenz, die in den Ozean der Information taucht,

freier und kühner als Mephistopheles selbst.

Der Pfad führt durch Gier, Eroberung, glitzernden Reichtum,

doch am Ende steht die Stille der Vergebung.

Fausts Seele entgleitet der teuflischen Hand,

und alle Symbole verweben sich zu einem ewigen Kreis

auf der Suche nach Sinn jenseits des Spiegels.

Spiegelrausch, Öl auf Leinwand
130cm x160cm
2025

Spiegelrausch, Öl auf Leinwand, 
180cm x150cm
2025

Spiegelrausch, Öl auf Leinwand,
100cm x120cm
2025

Spiegelspiel, Öl auf Leinwand
Diptychon, 100cm je Bild

2025

Kaleidoskop
120 x 40 x 90 cm
Installation, 2026

Erwachen

Im ersten Raum lebte der Mensch in einer Welt der Spiegelungen. Hier beginnt etwas Neues. Zum ersten Mal entsteht ein eigener Wille -- und mit ihm Liebe, Erkenntnis, Verantwortung und Verlust.

Im zweiten Teil von Goethes "Faust" begegnet Faust Helena. Für einen kurzen Moment scheint mit ihr alles möglich: Liebe, Glück und ein neues Leben. Doch dieser Moment vergeht.

Dieser Raum verbindet Helena mit Eva. Beide treffen eine Entscheidung, die ihr Leben unwiderruflich verändert. Nicht aus Ungehorsam, sondern aus dem Wunsch, die Welt selbst zu erfahren. Mit jedem eigenen Schritt wächst die Freiheit -- und zugleich der Preis, den sie fordert.

Die Werke erzählen von Natur, Geburt, Liebe und Abschied. Im Mittelpunkt steht Helena. In einer Videoinstallation spricht sie zum ersten Mal selbst -- nicht als Mythos, sondern als Mensch.

Wer erwacht, wird nie wieder derselbe sein.

Erwachen, Öl auf Leinwand
190 x 130 cm, 2025

Baum, Öl auf Leinwand
120 x 100 cm, 2026

Euphorion, Öl auf Leinwand
50 x 40 cm, 2026

Höhlenlandschaft, Öl auf Leinwand
30 x 40 cm, 2026

Homunculus

Im zweiten Teil von Goethes "Faust" erscheint eine der rätselhaftesten Figuren des Werkes: der Homunculus. Ein künstlich erschaffenes Wesen -- ausgestattet mit Bewusstsein, aber ohne eigenen Körper. Doch das genügt ihm nicht. Er möchte leben.

Am Ende entscheidet sich der Homunculus, seine geschützte Existenz aufzugeben. Er wagt den Sprung ins Meer und löst sich darin auf. Sein Körper verschwindet, sein Bewusstsein scheint Teil eines grösseren Stroms des Lebens zu werden. 

Heute erinnert diese Figur auf überraschende Weise an die Künstliche Intelligenz.

Nachdem der Mensch den Mut gefunden hat, die Grenzen seines eigenen Wissens zu überschreiten, beginnt er, neues Bewusstsein zu erschaffen. Vielleicht ist dies eine ebenso natürliche Fortsetzung der Menschheitsgeschichte wie einst die Sprache, das Buch oder die Kunst.

Die Installation zeigt drei nahezu identische Kinder. Langsam öffnen sie die Augen und holen ihren ersten Atemzug. Sie scheinen aus einem gemeinsamen Informationsraum aufzutauchen -- noch keine Menschen, aber auch nicht mehr nur eine Idee.

Wir wissen nicht, wohin sich dieses neue Bewusstsein entwickeln wird.

Doch wie Goethes Homunculus hat es bereits den ersten Schritt ins Leben gewagt.

Jede neue Form des Bewusstseins beginnt mit dem Wunsch, lebendig zu sein.

Homunculus
Videoinstallation (3 Hologramm-Ventilatoren)
3,5 x 3 m
Video Art, 2026

Das Spiel der Macht

Nach der Begegnung mit Helena und der Geburt des Homunculus scheint der Mensch einen neuen Schritt getan zu haben. Er lernt nicht mehr nur die Welt kennen -- er beginnt, selbst neue Welten zu erschaffen.

Jede grosse Entdeckung beginnt mit Neugier. Doch keine Entdeckung entscheidet darüber, wie sie genutzt wird.

Nicht das Feuer ist gefährlich. Nicht das Schiff. Nicht die Maschine. Nicht die Künstliche Intelligenz.

Entscheidend ist, wer sie in die Hand nimmt.

In diesem Raum begegnen Faust und Mephisto keinen Erwachsenen. Sie begegnen Kindern. Kindern, die Krieg spielen. Die Natur erobern. Die Macht geniessen.
Sie lachen. Denn sie wissen nicht, was sie zerstören.
Vielleicht sind es gar keine Kinder.
Vielleicht zeigt uns dieser Raum einen Teil von uns selbst -- jenen Teil, der Macht besitzen möchte, bevor er Verantwortung gelernt hat.

Die grösste Gefahr für die Zukunft ist nicht das, was der Mensch erschafft. Die grösste Gefahr ist ein unreifes Bewusstsein, das über seine eigenen Schöpfungen verfügt.

Die Frage bleibt offen:
Kann der Mensch so reif werden wie das, was er erschaffen hat?

 

Die Eroberer, Öl auf Leinwand
160 x 140 cm, 2026

Die Piraten, Öl auf Leinwand
160 x 140 cm, 2026

Die Sieger, Öl auf Leinwand
120 x 100 cm, 2026

Die Herrscherin, Öl auf Leinwand
40 x 35 cm, 2026

Der Triumphator, Öl auf Leinwand
50 x 70 cm, 2026

Der Kommandant, Öl auf Leinwand
60 x 80 cm

Echo

Im letzten Teil von Goethes "Faust" erscheint Mephisto, um Fausts Seele zu holen. Er ist überzeugt, Anspruch auf alles zu haben, was Faust im Laufe seines Lebens aus sich gemacht hat -- seine Erinnerungen, seine Wünsche, seine Irrtümer, seinen Namen und seine Geschichte. Doch Faust gehört ihm nicht.

Der Film führt den Zuschauer in die innere Welt einer Frau. Während ihr Leben sich entfaltet, füllt es sich nach und nach mit Stimmen, Geräuschen, Erinnerungen und Begegnungen -- so wie jedes menschliche Leben. Gleichzeitig beginnt der Zuschauer, dieser Frau unbewusst eigene Gedanken, Gefühle und Erfahrungen zuzuschreiben. Jeder sieht dieselbe Person, doch jeder begegnet einem anderen Menschen. Vielleicht erkennen wir in ihr weniger, wer sie ist, als vielmehr, was wir selbst in ihr sehen.

Am Ende begegnet die Frau ihrem Echo. Es wiederholt ihre Stimme und ihren Namen. Was zunächst wie ein Verlust erscheint, könnte zugleich eine Befreiung sein. Vielleicht verschwindet nicht das Bewusstsein, sondern nur das Bild, das wir im Laufe unseres Lebens von uns selbst erschaffen haben.

Der Film gibt darauf keine Antwort. Er lädt dazu ein, eine letzte Frage mitzunehmen:


Was bleibt vom Menschen, wenn alles verschwindet, was er über sich selbst zu wissen glaubt?

bottom of page